Das Fach Mathematik

fb mathe01Mathematische Bildung soll dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler kompetent und verant- wortungsvoll sich selbst und anderen gegenüber handeln. Der Mathematikunterricht in der Oberschule trägt unter Berücksichtigung der nachfolgend genannten Aufgaben zur Bildung junger Menschen bei.
Mathematik verbirgt sich in vielen Phänomenen der uns umgebenden Welt. Die Schülerinnen und Schüler erfahren Mathematik als nützliches Werkzeug mit vielfältigen Anwendungen im beruflichen und privaten Bereich. Sie bietet ihnen Orientierung in einer durch Technik und Fortschritt geprägten Welt und ermöglicht dadurch die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehört auch soziale, ökologische, ökonomische und politische Zusammenhänge nachhaltiger Entwicklung unter Verwendung mathematischer Begriffe und Methoden zu beschreiben, wechselseitige Abhängigkeiten zu erkennen und Wertmaßstäbe für eigenes Handeln sowie ein Verständnis für gesellschaftliche Ent- scheidungen zu entwickeln.
Die Mathematik und ihre Art der Erkenntnisgewinnung sind eine historisch gewachsene kulturelle Er- rungenschaft. Mathematische Begriffe und Methoden entwickelten sich an Fragestellungen und Prob- lemen, die auch an gesellschaftliche und praktische Bedingungen gebunden sind. Mathematik ist kein abgeschlossener Wissenskanon, sondern lebendiges und fantasievolles Handeln, das auf menschli- cher Kreativität beruht.
Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Mathematik als eine mächtige, aber auch begrenzte Mög- lichkeit der Weltwahrnehmung, Beschreibung der Umwelt und der Erkenntnisgewinnung.
Die Universalität der Mathematik und ihre Bedeutung für die Gesamtkultur können anhand zentraler Ideen exemplarisch erfahrbar gemacht werden. Die Inhaltsbereiche „Zahlen und Operationen“, „Raum und Form“, „Funktionaler Zusammenhang“, „Größen und Messen“ und „Daten und Zufall“ sind solche Schnittstellen zwischen Mathematik und übriger Kultur.
Der Mathematikunterricht fördert in einer diskursiven Unterrichtskultur die intellektuelle Entwicklung. Dieses geschieht u. a. durch das Erkunden von Zusammenhängen, das Entwickeln und Untersuchen von Strukturen, das Systematisieren und Verallgemeinern von Einzelfällen sowie das Begründen von Aussagen. Dadurch erweitern die Schülerinnen und Schüler ihren Wahrnehmungs- und Urteilshorizont sowie ihre Kritikfähigkeit. Die kontinuierliche Entwicklung eines reflektierten Umgangs insbesondere mit digitalen Medien sowie mit Medienprodukten ist fester Bestandteil des Mathematikunterrichts.
Der Mathematikunterricht leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Person und zur Sozialkompetenz. Im Lernprozess übernehmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für sich und andere und entwickeln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Der Entwicklung selbstständigen Arbeitens und eigenverantwortlichen Lernens kommt im Unterricht eine besondere Bedeutung zu. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit werden durch gemeinschaftliches Arbeiten an mathematischen Fragestel- lungen und Problemen gefördert.

(aus: Kerncurriculum Oberschule Mathematik)